Jesus Christus – Seine Jünger und ihr Auftrag

http://www.glauben-und-bekennen.de/besinnung/begriffe-z/zwoelf-juenger.htm
http://www.jesus.ch/information/archiv/12_ganz_normale_maenner

Simon/Petrus
Petrus (Simon Petrus) ist einer der zwölf Jünger Jesu, der zwölf Apostel. Er wird in den Namenslisten immer als erster erwähnt! Er ist der Sohn des Jona (oder Johannes) und stammt aus Bethsaida. Sein Bruder ist Andreas. Von Beruf war er Fischer.

Der vollständige Geburtsname von unserem Simon lautete Simon, Bar Jona (Mt 16,17), was »Simon, Sohn des Johannes« bedeutete (Joh 21,15-17). Somit hieß Petrus’ Vater Johannes (manchmal wird er auch Jonas oder Jona genannt). Das ist alles, was wir über seine Eltern wissen.

»Petrus« war eine Art Spitzname. Er bedeutet »Fels«. (Petros ist das griechische Wort für »Felsstück, Stein«.) Das aramäische Äquivalent war Kephas (vgl. 1Kor 1,12; 3,22; 9,5; 15,5; Gal 2,9). Johannes 1,42 beschreibt das erste Treffen von Jesus und Simon Petrus: »Jesus blickte ihn an und sprach: Du bist Simon, der Sohn des Johannes; du wirst Kephas heißen – was übersetzt wird: Stein.« Anscheinend waren das Jesu erste Worte an Petrus; von da an war »Fels« sein Spitzname.

Dieser junge Mann namens Simon, aus dem Petrus wurde, war stürmisch, impulsiv und übereifrig. Er musste zu einem Fels werden, deshalb nannte Jesus ihn so. Von da an konnte der Herr ihn behutsam schelten oder loben, je nachdem, welchen Namen er benutzte.

Jesus hebt ihn in besonderer Weise hervor: Matthäus 16,16-19. Er stand Jesus sehr nahe.
Seine Berufungsgeschichte wird uns in zwei Versionen erzählt:

  • Joh.1,41ff : Petrus wird von seinem Bruder Andreas zu Jesus geführt.
  • Mk. 1,16 / Matth.4,18ff – Petrus wird zusammen mit seinem Bruder vom Fischfang weg berufen.

Lukas (Kap.5,1ff) verbindet die Berufung des Petrus mit der Geschichte vom wunderbaren Fischzug.
In der Apostelgeschichte wird uns Petrus als „Leiter der Gemeinde“ genannt.
Bekannt ist seine Pfingstpredigt (Apg.2,14ff). – Petrus wird zum Wortführer der jungen jüdisch-christlichen Gemeinde in Jerusalem – somit steht er auch im Visier der Verfolgung durch den Hohen Rat (Apg.3,11ff / Apg. 4,5ff).
Petrus ist der erste, der einen Heiden zum Glauben an Jesus Christus bringt: Die Geschichte von dem Hauptmann Kornelius (Apg.10).
Weniger rühmlich wird uns Petrus vor Augen gestellt in den Vorgängen um das „Apostelkonzil“ in Jerusalem (im Jahre 48), wo es um die heiden-christlichen Gemeinden in ihrem Verhältnis zum Gesetz geht (Galater 2,11ff).
Bald darauf hören wir in der Apostelgeschichte nichts mehr von – Paulus nimmt seine Stelle als „Heidenapostel“ ein. – Man kann jedoch aus dem 1.Korintherbrief entnehmen, dass er noch große Reisen gemacht hat.
Ob Petrus in Rom als Märtyrer gestorben ist, ist nicht nachprüfbar. Aus dem 1.Petrusbrief (Kap.5,13) erfahren wir, dass er mit Markus zusammen in Rom war.

Wie endete das Leben von Petrus? Wir wissen, dass ihm Jesus gesagt hatte, er würde als Märtyrer sterben (Joh 21,18-19). Aber die Schrift dokumentiert Petrus’ Tod nicht. Alle Aufzeichnungen der frühen Kirchengeschichte deuten jedoch an, dass Petrus gekreuzigt wurde. Eusebius zitiert das Zeugnis von Klemens von Alexandria, der berichtete, dass Petrus der Kreuzigung seiner eigenen Frau zusehen musste, bevor er selbst gekreuzigt wurde. Als er sah, wie sie zur Hinrichtung geführt wurde, so Klemens, rief Petrus ihr zu: »Denke an den Herrn.« Als Petrus an der Reihe war, bat er, mit dem Kopf nach unten gekreuzigt zu werden, da er sich nicht für wert hielt, genauso wie sein Herr zu sterben. Auf diese Weise wurde er dann ans Kreuz genagelt.

Für die katholische Kirche ist Petrus der „erste Papst in Rom“ – er hat die „Schlüsselgewalt“ der Kirche. Auf ihn berufen sich die nachfolgenden Päpste in ihrem Amt („Petrusamt“).

Andreas
Einer der ersten Jünger Jesu war Andreas, der Bruder des Simon Petrus.
Es wird uns berichtet, dass Jesus die beiden am See Genezareth berufen hat.
Andreas und sein Bruder Petrus waren Fischer. Sie sollen nun „Menschen fischen“ für das Reich Gottes (Matth.4,18-20; Markus 1,16-18).
Das Johannes-Evangelium berichtet uns, dass Andreas ein Jünger Johannes des Täufers war. Andreas wird für Jesus gewonnen, als der Täufer sagte: „Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt!“.

Die Bibel schildert nicht, was nach Pfingsten mit Andreas geschah. Welche Rolle er in der frühen Kirchengeschichte auch spielte, er blieb im Hintergrund. Die Überlieferung sagt, dass er das Evangelium nach Norden trug. Der Kirchenhistoriker Eusebius schreibt, dass Andreas bis nach Skythien ging. (Andreas ist der Schutzpatron Russlands und Schottlands.) Gekreuzigt wurde er in Achaja in Südgriechenland nahe Athen. Einem Bericht zufolge führte er die Frau eines römischen Provinzstatthalters zu Christus, was ihren Mann gegen ihn aufbrachte. Dieser verlangte von seiner Frau, ihre Hingabe an Jesus Christus zu widerrufen, was sie jedoch ablehnte. Deshalb ließ er Andreas kreuzigen.

Um seine Leiden zu verlängern, ordnete der Statthalter an, ihn ans Kreuz zu binden, anstatt zu nageln. (Nach der Überlieferung war es ein Schrägkreuz, also ein x-förmiges Kreuz.) Den meisten Berichten zufolge hing er zwei Tage am Kreuz und ermahnte Vorübergehende, sich zu Christus zu bekehren. Nach einem lebenslangen Dienst für den Herrn, einem Dienst im Schatten seines weitaus berühmteren Bruders ereilte ihn ein ähnliches Schicksal wie diese beiden. Bis zum Ende blieb er treu und versuchte, Menschen zu Christus zu führen.

Jakobus
Wenig später nach der Berufung des Simon Petrus und Andreas, hören wir im Markusevangelium (Kap.19.20) von der Berufung des Brüderpaares Jakobus und Johannes (Söhne des Zebedäus / Donnersöhne) .
Sie waren wohl Angestellte des Simon Petrus, der einen Fischereibetrieb in Kapernaum hatte.
Lukas, der Evangelist, verbindet ihre Berufung mit dem wunderbaren Fischzug des Petrus.
Die beiden Brüder Jakobus und Johannes nehmen unter den Zwölf Jüngern eine besondere Stellung ein. So wird Jakobus besonders genannt:

  • Bei der Auferweckung der Tochter des Jairus (Markus 5,37);
  • bei der Verklärung Jesu auf dem hohen Berg (Matthäus 17,1);
  • beim Gebet Jesu in Gethsemane (Matthäus 26,37).

Jakobus wurde nach Stephanus zum 2.Blutzeugen der jungen Kirche – er wurde durch Herodes Agrippa I. hingerichtet (Apostelgeschichte 12,2).
Die Geschichtsschreibung hält fest, dass sein Zeugnis bis zum Augenblick seiner Hinrichtung Frucht brachte. Eusebi­us, ein Historiker der frühen Kirche, gibt einen Bericht über Jakobus’ Tod weiter, der von Klemens von Alexandria stammt: »[Klemens] sagt, dass die Person, die Jakobus zur Hinrichtungs­stätte führte, von seinem Zeugnis bewegt wurde und bekann­te, selbst auch Christ zu sein. Deshalb wurden sie, so sagt er, dort zusammen hingeführt, und auf dem Weg bat er Jakobus um Vergebung. Und nachdem Jakobus kurz überlegte, sagte er: ›Friede sei mit dir‹; dann küsste er ihn. Und so wurden sie beide gleichzeitig enthauptet.« Somit hatte Jakobus am Ende seines Lebens gelernt, ähnlich wie Andreas zu handeln und Menschen zu Christus zu führen, anstatt anderen das Gericht zu wünschen.

Johannes
Johannes, der Jünger Jesu, war der Bruder des Jakobus. Die beiden waren Söhne des Zebedäus. – Nach der Tradition soll er der Jünger gewesen sein, „den Jesus liebhatte“; der auch an der Seite Jesu lag und der ihm die Frage nach dem Verräter stellte.
Wir finden Johannes im engsten Jüngerkreis – so auch bei der Verklärung Jesu (Matth.17,1); bei der Einsetzung des Abendmahls (Joh.13,21); im Palast des Hohepriesters Hannas (Joh.18,15) und unter dem Kreuz mit Maria, der Mutter Jesu (Joh. 19,26.27).
Er und Petrus liefern sich einen Wettlauf, als sie hörten, dass das Grab leer sei (Joh.20,2-10). Er ist es, der auch Petrus am See Genezareth nach der Auferstehung Jesu Petrus darauf hinweist, dass es Jesus ist: Joh.21,7.
Petrus und Johannes waren auch die Sprecher der jungen Gemeinde in Jerusalem und sie beide erscheinen an der Schönen Pforte und später vor dem Hohen Rat (Apg.3 und 4).
Wir finden Johannes später auch in Samaria (Apg.8,14).
Die letzte Erwähnung des Johannes haben wir beim Apostel Paulus (Galater 2,9).
Folgende Schriften im Neuen Testament tragen den Namen Johannes:

  • Das Evangelium nach Johannes
  • Die drei Briefe des Johannes
  • Die Offenbarung nach Johannes

Die meisten frühkirchlichen Berichte geben an, Johannes sei während der Herrschaft des Kaisers Trajan um 98 n. Chr. gestorben. Hieronymus sagt in seinem Kommentar über den Galaterbrief, der betagte Apostel Johannes sei in seinen letzten Tagen in Ephesus so gebrechlich gewesen, dass er in die Gemeinde getragen werden musste. Eine Redewendung sei beständig auf seinen Lippen gewesen: »Meine Kinder, liebt einander.« Als man ihn fragte, wieso er dies immer sagen würde, antwortete er: »Es ist das Gebot des Herrn, und wenn ihr nur das befolgt, dann reicht das aus.«

Philippus
Philippus stammt aus Betsaida (der Stadt des Petrus und Andreas) am Galiläischen Meer (See Genezareth). Im Johannes-Evangelium, Kapitel 1, wird uns seine Berufungsgeschichte geschildert. Er hört den Ruf Jesu: „Folge mir nach!“ (Joh. 1,43).
Philippus war es, der danach Nathanael zu Jesus führte.
Während die Synoptiker seinen Namen ansonsten nicht erwähnen, nennt Johannes ihn mehrmals, u.a. bei der Speisung der 5000 in Johannes 6,5; siehe auch Johannes 12,20 und 14,8.

Die Überlieferung berichtet uns, dass Philippus bei der Ausbreitung der frühen Gemeinde sehr nützlich war und zu den ersten Aposteln gehörte, die den Märtyrertod starben. Nach den meisten Berichten wurde er in Hierapolis in Phrygien (Kleinasien) gesteinigt, acht Jahre nach dem Märtyrertod von Jakobus. Vor seinem Tod kamen durch seine Predigten viele Menschen zum Glauben.

Bartholomäus/Nathanael
Bartholomäus war einer der zwölf Jünger Jesu. Während sein Name im Johannesevangelium nicht vorkommt, wird er doch von den Synoptikern (Matth.10,3; Markus 3,18 und Lukas 6,14) erwähnt.
Manche vermuten, dass Bartholomäus der ist, der im Johannes Evangelium „Nathanael“ genannt wird (Joh.2,45).

Frühe Kirchenberichte deuten darauf hin, dass er in Persien und Indien diente und das Evangelium bis nach Armenien trug. Über seinen Tod gibt es keine verlässlichen Aufzeichnungen. Eine Überlieferung schildert, wie er in einen Sack gesteckt und ins Meer geworfen wurde. Eine andere berichtet, er wäre gekreuzigt worden. Alle Berichte stimmen darin überein, dass er wie die anderen Jünger – außer Johannes – den Märtyrertod starb.

Matthäus
Matthäus war, bevor er von Jesus berufen wurde (Matthäus 9,9-13) ein Zöllner. Jesus rief ihn an: „Folge mir!“. Matthäus entschied sich für die Nachfolge Jesu. So wurde er zum Jünger und Apostel.
Matthäus wird sonst nur „Levi, Sohn des Alphäus“ genannt (Markus 2,14; Lukas 5,27). Man nimmt an, dass es sich hier um die ein und dieselbe Person handelt.
Er ist der Verfasser des Matthäus-Evangeliums.

Laut Überlieferung diente er viele Jahre den Juden in Israel und im Ausland, bevor er wegen seines Glaubens den Märtyrertod erlitt. Es existiert kein verlässlicher Bericht über seine Todesart, allerdings lassen die frühesten Aufzeichnungen darauf schließen, dass er auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Nachdem er ohne weiteres seine lukrative Karriere hinter sich gelassen hatte, war dieser Mann bereit, alles für Christus zu geben – bis zum Ende.

Thomas
Im Johannes-Evangelium (Kap. 11,16) wird er „Zwilling“ genannt (Didymus).  Er war ein ziemlicher Pessimist (Johannes 11,16).
Es ist auch Johannes, der uns von dem Zweifel des Thomas berichtet: Er wollte nicht glauben, dass Jesus auferstanden sei, es sei denn, er würde ihn sehen und fühlen (Johannes 20,26-29).

Bemerkenswert viele alte Zeugnisse legen nahe, dass Thomas das Evangelium bis nach Indien brachte. In der Nähe des Flughafens von Chennai (Madras), Indien, gibt es dort, wo Thomas angeblich beerdigt wurde, noch heute einen kleinen Hügel. Die Ursprünge einiger Gemeinden in Süd-Indien lassen sich auf die Anfänge des Zeitalters der Gemeinde zurückfüh­ren, und die Überlieferung besagt, dass sie durch den Dienst von Thomas gegründet wurden. Die glaubhaftesten Überlie­ferungen berichten, er sei wegen seines Glaubens mit einem Speer durchbohrt worden. Ein passender Märtyrertod für je­manden, dessen Glaube zur vollen Entfaltung kam, als er das Mal des Speeres an der Seite seines Herrn sah, und der sich da­nach sehnte, wieder mit ihm vereint zu sein.

Jakobus
der Sohn des Alphäus (er wird nur in der Apostelliste – Markus 3,18 und Apg.1,13 – genannt). Das Einzige, was uns die Schrift über diesen Mann mitteilt, ist sein Name. Sollte er jemals etwas geschrieben haben, so ist es für die Geschichte verloren gegangen. Die Bibel erzählt uns nicht, ob er Jesus jemals eine Frage stellte oder etwas tat, was ihn aus der Gruppe hervorhob. Er gelangte weder zu Ruhm und Ehre noch zu trauriger Berühmtheit. Er gehörte nicht zu den auffälligen Menschen. Seine Person und sein Leben bleiben völlig im Dunkeln. Er hatte sogar einen ziemlich häufigen Namen.

Auch aus der frühen Kirchengeschichte ist nicht viel über diesen Mann bekannt. Einige der frühesten Legenden verwechseln ihn mit Jakobus, dem Bruder des Herrn. Ein paar Anhaltspunkte lassen darauf schließen, dass Jakobus der Kleine das Evangelium nach Syrien und Persien brachte. Über seinen Tod gibt es unterschiedliche Berichte. Einige berichten von seiner Steinigung; andere sagen, er wurde totgeschlagen; wieder andere behaupten, dass er wie sein Herr gekreuzigt wurde.

Thaddäus/Judas
Judas der Sohn des Jakobus – auch Thaddäus genannt – nur von Matthäus (10,3) und Markus (3,18) als Apostel aufgezählt. Man nimmt an, dass es der Judas ist, der in Apg.1,13 und Lukas 6,16, sowie in Joh.14,22 genannt ist.

»Judas, der Sohn des Jakobus« (Apg 1,13, Schlachter 2000; in der Elberfelder Übersetzung steht hier »Bruder des Jakobus«, während in den meisten anderen deutschen Übersetzungen hier »Sohn« steht [Anmerkung des Übersetzers]). Judas ist an sich ein schöner Name. Er bedeutet »der Herr führt«. Aber durch den Verrat von Judas Iskariot wird der Name Judas immer negative Assoziationen hervorrufen. Johannes spricht von ihm als »Judas, nicht der Iskariot« (Joh 14,22).
Judas, der Sohn von Jakobus hatte drei Namen. (Hieronymus nennt ihn deshalb »Trinominus« – der Mann mit drei Namen.) In Matthäus 10,3 heißt er »Lebbäus, mit dem Beinamen Thaddäus« (Schlachter 2000). Der Name Judas wurde ihm wahrscheinlich bei seiner Geburt gegeben. Lebbäus und Thaddäus waren eigentlich Spitznamen. Thaddäus bedeutet »Brustkind« und lässt an ein säugendes Baby denken. Dieser Name hat fast schon einen hämischen Beiklang wie etwa »Mamasöhnchen«. Vielleicht war er der Jüngste in seiner Familie – und daher unter mehreren Geschwistern das Kind, das die Mutter besonders liebevoll umsorgte. Sein anderer Name, Lebbäus, hat eine ähnliche Bedeutung. Er leitet sich von der hebräischen Sprachwurzel für »Herz« ab – wörtlich bedeutet er »Herzenskind«.

Die meisten frühen Überlieferungen deuten an, dass Lebbäus Thaddäus das Evangelium nach Edessa brachte, einer Königsstadt in Mesopotamien auf dem Gebiet der heutigen Türkei. Es gibt zahlreiche alte Berichte, die schildern, wie er Edessas König heilte, einen Mann namens Abgar. Im vierten Jahrhundert berichtet der Historiker Eusebius, dass Edessas Archive (mittlerweile zerstört) voller Aufzeichnungen über Thaddäus’ Besuch und Abgars Heilung waren. Das traditionelle apostolische Symbol für Judas Lebbäus Thaddäus war ein Knüppel, da die Überlieferung besagt, dass er für seinen Glauben erschlagen wurde.

Simon Kananäus
Simon, der aus Kana stammte, wird auch „Simon, der Zelot“ genannt. Er war einer der zwölf Jünger Jesu (Matth.10,4; Markus 3,18; Lukas 6,15 und Apg. 1,13).
In den Evangelien Matthäus und Markus wird er „Simon von Kana“ genannt. Da er zur Partei der Zeloten gehörte, wird er auch „Simon der Zelot“ genannt.

Die Zeloten hatten in erster Linie eine politische Ausrichtung – mehr als jede andere Gruppierung außer den Herodianern. Die Zeloten hassten die Römer, und ihr Ziel war der Sturz der römischen Besatzungsmacht. Die Umsetzung ihrer Pläne geschah vor allem durch Terrorismus und hinterhältige Gewalttaten. Die Zeloten hofften auf einen Messias, der sie beim Sturz der Römer anführen und das Reich Israel in seiner salomonischen Herrlichkeit wiederherstellen würde. Sie waren glühend heiße Patrioten, bereit, auf der Stelle für ihre Überzeugungen zu sterben.

Und Simon gehörte zu ihnen. Interessanterweise nennen ihn Matthäus und Markus in der Auflistung der Zwölf direkt vor Judas Iskariot. Als Jesus die Jünger in Markus 6,7 jeweils zu zweit aussandte, bildeten Simon und Judas Iskariot wahrscheinlich ein Team. Möglicherweise folgten sie Jesus zunächst aus ähnlichen politischen Motiven heraus. Doch irgendwann wurde Simon ein echter Gläubiger, den Jesus veränderte.

Mehrere frühe Aufzeichnungen berichten, dass Simon nach der Zerstörung Jerusalems das Evangelium nach Norden brachte und auf den Britischen Inseln predigte. Genauso wie viele andere Jünger verschwand auch Simon aus der biblischen Berichterstattung. Kein verlässlicher Bericht schildert uns, was genau mit ihm geschah, aber alle Aufzeichnungen berichten, dass er getötet wurde, weil er das Evangelium predigte. Dieser Mann, der einst bereit war, für seine politische Überzeugung zu töten und getötet zu werden, fand einen viel lohnenswerteren Grund, sein Leben zu geben – in der Verkündigung der Heilsbotschaft für Sünder aus allen Nationen, Sprachen und Stämmen.

Judas Iskariot
Sein Zuname „Iskariot“ (Johannes 6,71) könnte ein Familienname oder ein Ortsname sein – also: Judas, der aus Kariot (eine Ortschaft in Judäa) kam.

Der verachtetste aller Jünger ist Judas Iskariot, der Verräter. In jeder biblischen Apostelliste steht sein Name am Schluss, außer in Apostelgeschichte 1, wo er überhaupt nicht aufgeführt wird. Immer wenn die Schrift seinen Namen erwähnt, wird ein Hinweis auf seinen Verrat angehängt.

Und trotzdem wurde Judas auf keinen Fall zu seiner Tat gezwungen. Keine unsichtbare Hand drängte ihn zum Verrat an Christus. Er handelte freiwillig und ohne Druck von außen. Er war für sein Handeln selbst verantwortlich. Jesus sagte, dass er die Schuld seiner Tat in Ewigkeit tragen würde. Seine Habgier, sein Ehrgeiz und seine bösen Begierden waren die einzigen Kräfte, die ihn zum Verrat an Christus zwangen.

Wie können wir die Tatsache, dass Judas’ Verrat vorhergesagt und im Voraus festgelegt wurde, mit dem Umstand vereinbaren, dass er aus freiem Willen handelte? Es ist überhaupt nicht nötig, diese beiden Fakten miteinander in Einklang zu bringen. Denn sie widersprechen sich nicht. Gottes Plan und Judas’ böse Tat stimmen perfekt überein. Judas’ Tat entsprang seinem bösen Herzen. Gott, der alle Dinge nach dem Rat seines Willens tut (Eph 1,11), hatte Jesu Verrat genauso vorherbestimmt wie sein Tragen der Sünden der ganzen Welt. In Lukas 22,22 bestätigte Jesus diese beiden Wahrheiten: »Und der Sohn des Menschen geht zwar dahin, wie es beschlossen ist. Wehe aber jenem Menschen, durch den er überliefert wird!«

Judas verkaufte Jesus für einen Hungerlohn. Doch sobald der Handel abgeschlossen war, regte sich sein Gewissen. Er fand sich in seiner selbst gemachten Hölle wieder; seine Tat nagte an seinem Gewissen. Das Geld, das ihm zunächst so wichtig war, zählte jetzt nicht mehr. Matthäus 27,3-4 berichtet: »Als nun Judas, der ihn überliefert hatte, sah, dass er verurteilt wurde, reute es ihn, und er brachte die dreißig Silberlinge den Hohepriestern und den Ältesten zurück und sagte: Ich habe gesündigt, denn ich habe schuldloses Blut überliefert.«

Leider suchte er nicht Gottes Vergebung. Er bat weder um Gnade noch um Befreiung vom Teufel. Stattdessen versuchte er sein Gewissen durch Selbstmord zum Schweigen zu bringen. Es war die schmerzliche Verzweiflung eines Verrückten, der die Beherrschung verloren hatte.

Aus seinem Leben können wir einige wichtige Lehren ziehen.

Erstens: Judas ist ein tragisches Beispiel für ungenutzte Gelegenheiten. Zwei Jahre lang hörte er tagaus, tagein die Lehren Jesu. Er hätte Jesus jede beliebige Frage stellen können. Er hätte den Herrn um jede benötigte Hilfe bitten und sie empfangen können. Die erdrückende Last seiner Sünde hätte er gegen ein leichtes Joch eintauschen können. Christus hatte jedem diese Möglichkeit angeboten (Mt 11,28-30). Doch am Ende wurde Judas verdammt, weil er dem, was er hörte, keine Beachtung schenkte.

Zweitens: Judas ist der Inbegriff der verschwendeten Privilegien. Von allen Nachfolgern des Herrn gehörte er zu dem Kreis, der die grössten Vorrechte erhielt, doch er verschwendete diese Privilegien; er löste es für eine Hand voll Münzen ein, die er letzten Endes nicht mehr haben wollte. Ein wirklich dummes Geschäft!

Drittens: Judas ist das klassische Beispiel dafür, dass Geldliebe eine Wurzel alles Bösen ist (1Tim 6,10).

Viertens: Judas veranschaulicht, wie abstossend und gefährlich geistlicher Verrat ist. Wäre Judas doch nur der einzige Heuchler gewesen, der je den Herrn verriet! Aber das war er nicht. Es gibt diese Personen in jedem Alter – Menschen, die echte Jünger und treue Nachfolger Christi zu sein scheinen, die sich dann aber aus finsteren und egoistischen Gründen gegen ihn wenden. Judas’ Leben ist für jeden von uns eine Erinnerung daran, dass wir uns selbst prüfen sollen (vgl. 2Kor 13,5).

Fünftens: Judas ist ein Beweis für die geduldige Güte und Barmherzigkeit Christi. »Der HERR ist gut gegen alle, sein Erbarmen ist über alle seine Werke« (Ps 145,9). Selbst einem so ruchlosen Menschen wie Judas erwies er seine Güte. Jesus nannte ihn sogar noch »Freund«, als Judas gerade dabei war, ihn zu verraten. Jesus erwies Judas nie etwas anderes als Freundlichkeit und Barmherzigkeit, obwohl der Herr die ganze Zeit wusste, was Judas plante. Von Christus wurde Judas in keiner Weise zu seiner Tat getrieben.

Sechstens: Judas beweist, dass Gottes souveräner Plan durch nichts vereitelt werden kann. Auf den ersten Blick schien sein Verrat an Christus wie Satans grösster Triumph. Doch in Wirklichkeit brachte er die endgültige Niederlage für den Teufel und all seine Werke mit sich (Hebr 2,14; 1Jo 3,8).

Siebtens: Judas ist ein anschaulicher Beweis für die Falschheit und Fruchtlosigkeit der Heuchelei. Er ist wie die Rebe in Johannes 15,6, die nicht am wahren Weinstock bleibt. Diese Rebe bringt keine Frucht, wird abgeschnitten und zur Vernichtung ins Feuer geworfen. Judas war ein so raffinierter Heuchler, dass die übrigen Elf ihn nie im Verdacht hatten. Doch Jesus konnte er nicht täuschen. Ebenso wenig wie jeder andere Heuchler. Und Christus ist der gerechte Richter über jeden einzelnen Menschen (Joh 5,26-27). Heuchler wie Judas werden keinem anderen die Schuld für die ewige Verdammnis ihrer Seelen geben können – nur sich selbst.

Als Judas Christus verriet, verkaufte er in Wirklichkeit seine eigene Seele an den Teufel. Die Tragödie seines Lebens hatte er selbst geschaffen. Er ignorierte das Licht, das er jahrelang an seiner Seite hatte, und verbannte sich selbst in die ewige Finsternis.